Die Geschichte von Zoe

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Z O E Zoe bei OrtoVet mit ihrer Halswunde [Fotos: OrtoVet]
  Zoe auf der Webseite der Tierarztpraxis OrtoVet, Bukarest
(nicht für empfindliche Gemüter!)
 
 
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[2007-04-03]

Diese eher kleine, schöne und knapp mehr als ein Jahr alte Hündin hat in ihrem bisherigen Leben vermutlich noch nicht viel gutes erleben dürfen. Ich vermute, sie hat bis anhin nur Schmerzen kennengelernt.
Vor etwas mehr als einer Woche wurde sie von einem Ehepaar entdeckt, die ihre schrecklichen Wunden am Hals bemerkten. Herr und Frau Andreescu wollten die Hündin einfangen, um sie zum Tierarzt zu bringen. Zum Glück gelang es ihnen nicht und es sei ihnen dafür gedankt, dass sie nicht einfach aufgegeben haben. Sie liefen dem Tier hinterher und bald entdeckten sie, dass die Hündin 5 winzige Babies hatte, die noch nicht einmal die Augen geöffnet hatten. Herr und Frau Andreescu befassten sich mit den Hundebabies und als die Hündin bemerkte, dass nichts böses passierte, wagte sie sich zurück zu ihren Babies und ließ sich sogar von Frau Andreescu anfassen. Nun erst konnte das Ehepaar das ganze Ausmaß und die schwere der Verletzungen sehen und sie erkannten, dass die Hündin dringendste tierärztliche Hilfe benötigte. Herr Andreescu holte seinen Wagen, während seine Frau bei den Tieren blieb, um zu verhindern, dass die Hündin wieder weglauft. Die Andreescus brachten die Hündin und ihre 5 Babies in die Praxis von Dr. Liviu Gaita und Dr. Fulger Stefan.  Die Tierärzte untersuchten die Hündin und entdeckten, dass sie zwei ganz enge Drahtschlingen um den Hals hatte, die tief in ihr Fleisch eingeschnitten hatten. Vorne am Hals hatten die Drahtschlingen sogar schon die Luftröhre durchtrennt (Bild Nr. 05.1). Die Hündin atmete nicht mehr durch die Nase, sondern durch das Loch an der Gurgel. Rund um den ganzen Hals verlief eine einzige tiefe, eiternde Wunde. Das Tier musste sofort operiert werden. Die Hündin wurde narkotisiert und intubiert. Als erstes wurden die beiden Drahtschlingen aufgetrennt und entfernt. Dann wurden die Wunden gesäubert und die abgestorbenen Haut- und Fleischteile entfernt. Als die Wundränder sauber waren, wurden die tiefen Fleischwunden genäht. Wo "nur" eiternde Hautabschabungen waren, wurden die Wunden nur gesäubert, aber nicht genäht. Da sollte ein natürlicher Heilungsprozess ohne große Narben ermöglicht werden. Schwierig war es, das Loch an Luftröhre zu schließen. Ob alles wirklich gut verlaufen ist, ob alles gut verheilen wird und ob die Hündin normal wird atmen können, werden wir erst in etwa einer Woche wissen.

Wir vermuten, dass die Drahtschlingen der Hündin schon umgelegt wurden, als sie noch ganz klein war. Sie konnte wohl entwischen, die Drahtschlingen blieben aber um fest um ihren kleinen Hals. Mit der Zeit, als die Hündin größer wurde, wurden die Schlingen immer enger und schnitten immer tiefer in ihren Hals. Die Schmerzen wurden immer größer, die Wunden immer tiefer, bis zum Schluss sogar die Luftröhre durchschnitten war.
 

 
 

Nach der Operation untersuchten die Tierärzte die 5 Babies. Es sind 4 Mädchen und ein Junge. Gemäß den Tierärzten sind 3 Mädchen und der Junge gesund und kräftig. Eines der Mädchen jedoch ist bedeutend kleiner als ihre Geschwister und schwächlich. Sie braucht vermehrte Aufmerksamkeit und jeweils eine extra Milchportion. Leider konnten die Babies nicht beim Muttertier bleiben um gesäugt zu werden. Die Hündin musste eine Woche hohe Dosen Antibiotika bekommen, die über die Muttermilch an die Babies weitergegeben worden wären. Die Tierärzte beschlossen deshalb, dass die kleinen Pelznasen mit der Flasche ernährt werden müssten, bis bei der Mutter die Antibiotika abgesetzt werden können. Herr und Frau Andreescu haben sich bereit erklärt, die 5 Hundebabies vorläufig zu sich nach Hause zu nehmen und sich um sie zu kümmern. Zwei Tage später öffneten die Hundebabies bei ihnen zuhause die Augen. Wie lange die Andreescus die 5 Hundebabies aber bei sich behalten können, steht leider noch nicht fest. Gestern wurde erstmals versucht, die Babies wieder zur Mutter ans Gesäuge zu geben. Leider war der Erfolg eher bescheiden. Die Mutter hatte offenbar Schmerzen und die Babies setzten sich nicht wirklich an den Zitzen fest. Sie müssen also weiterhin mit der Flasche ernährt werden. Gut ist, dass sie mittlerweile aber begonnen haben, auch etwas Welpen-Nassfutter aufzunehmen.
 

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Hier nun eine erste kurze Beschreibung der Tiere:

Hündin:
Diese kleine Hündin hat tapfer gekämpft, um ihr Leben an ihre Babies weitergeben zu können. Ich habe daher beschlossen, sie ZOE zu taufen. Zoe bedeutet "Leben" und Zoe hat wahrlich um ihr Leben und um das ihrer 5 Babies gekämpft.
Zoe ist zwischen 11 und 14 Monate alt d.h. sie ist irgendwann zwischen Januar und April 2006 geboren. Die Tierärzte sagten mir, dass dies Zoes erster Wurf war.
Sie ist nicht nur eine süße Hündin, sondern sie hat auch die Farbe eines Caramels.
Mit ihrer Schulterhöhe von circa 40 cm, ist sie nicht ganz kniehoch und dürfte etwa 12 Kilos wiegen. Sie sollte aber noch etwa 2 - 3 Kilos zulegen.
Zoe hat sich bisher als sanfte Hündin gezeigt, die alle Behandlungen ohne zu murren über sich ergehen ließ.

Babies:
4 Mädchen und 1 Junge, die vermutlich zwischen  dem 10. und 14. März geboren wurden.
Leider ist nur die Mutter bekannt, vom Vater wissen wir überhaupt nichts. Es ist daher zum jetzigen Zeitpunkt noch sehr schwierig abzuschätzen, wie groß die 5 Hundekinder werden könnten. Im Gegensatz zur Mutter, die caramelfarben ist, sind die 5 Babies alle schwarz mit weißen Socken und/oder weißen Lätzchen.
Ich werde baldmöglichst Fotos schicken.
 

 
  Die vier Töchter von Zoe mit ihrer Mutter in Santana
Die vier Töchter von Zoe mit ihrer Mutter in Santana
[Foto: Hardy]
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Was müssen wir tun?

Ich werde mich hier in Bukarest so gut wie möglich an Zoes weiteren Behandlungen, an der Versorgung ihrer 5 Babies sowie an den Impfungen aller 6 Tiere beteiligen. Ich werde sie chipen lassen und allgemein für die Adoption vorbereiten. Wir sollten uns aber jetzt schon bemühen, für diese Hündin und für die 5 Welpen in Deutschland, in Österreich oder in der Schweiz Adoptionsfamilien und/oder Pflegeplätze zu finden. Ich schätze, dass alle 6 Tiere Ende Juni fertig vorbereitet und reisebereit sein werden.

Zoes Wunden werden vermutlich verheilen und sie wird körperlich wieder gesund werden. Für sie müssen wir aber eine Adoptionsfamilie finden, die dieser kleinen, tapferen Hündin mit viel Geduld hilft, auch ihre seelischen Wunden auszuheilen. Sie soll wieder eine fröhliche Hündin werden, die den Menschen vertrauen kann. Das wird wohl etwas Zeit brauchen und den Adoptionseltern viel Feingefühl abverlangen.
Für ihre 5 Babies müssen wir Adoptionsfamilien suchen, die bereit sind, mit den Hunden Welpenkurse und danach die Hundeschule zu besuchen, damit sie gut erzogene Hunde werden, mit denen es sich leicht leben lässt.

Herzliche Grüße an Euch alle

JAG

 
 
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[2007-06-24] Diese tapfere Hündin kam mit der TEDDY-Tour am 18. Juni 2007 nach Deutschland.  
 
 
 

Zoe auf der Wiese in Seifersdorf bei Hardy
Video von Zoe mit Dr. Liviu Gaita im Hof von OrtoVet

[www.ortovet.ro]
[2007-06-18]

Zoe auf der Wiese in Seifersdorf bei Hardy
Zoe in Deutschland - Danke Liviu

[Foto: Hardy]

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