| Sicher sind Sie über das Streunerhundeproblem
in Bukarest informiert, so z. B. durch die Sendung „Die Reporter“ des ZDF
vom 28. Februar 2001 oder durch die Sendung „Brisant“ des MDR (TV) vom 3.
März 2001 - wenn nicht, gestatten Sie mir, Sie kurz darüber zu informieren
und um Ihre Hilfe zu bitten.
In Bukarest leben zur Zeit ca. 200.000 Streunerhunde.
Hauptursache dafür ist die Bebauungs- und Steuerpolitik während der Ceausescu-Ära.
In den vergangenen Jahren wurde von Seiten der Stadtverwaltung mehrfach versucht,
das Problem durch Tötung der Hunde zu lösen. Internationale Proteste von Tierschützern
haben dies bis zum heutigen Tag immer wieder verhindern können - nicht zuletzt
durch den Einsatz von Brigitte Bardot, die mit ihrer Stiftung eine wichtige
Rolle innerhalb des Internationalen Komitees zur Rettung der Streunerhunde
einnimmt.
Zwischen dem österreichischen Tierschutzverein
„Vier Pfoten“ (ebenfalls Mitglied im Internationalen Komitee zur Rettung der
Streunerhunde) und der Stadtverwaltung von Bukarest wurde ein Vertrag (nebst
mehrerer Ergänzungen) geschlossen, die ein umfassendes Kastrationsprogramm
beinhalten, um so die Situation zu entspannen und die Probleme zu lösen.
Der derzeitige Oberbürgermeister von Bukarest
hat vermutlich aus wahltaktischen Gründen ab dem 1. März 2001 eine großangelegte
Tötungsaktion der kranken und aggressiven Streunerhunde angeordnet. Aber auch
alle anderen Hunde sollen eingefangen werden. Wenn diese nicht innerhalb von
zehn Tagen vermittelt werden können, sollen auch sie getötet werden. Die Adoption
der Hunde beinhaltet aber die Übernahme der Kosten für alle vom Hund zukünftig
verursachten Schäden, was die eher arme Bevölkerung nicht gerade zu diesem
Schritt ermuntert. Die Tötungsaktionen wurden noch vor dem 1. März begonnen
(Bericht ZDF). Der erneute Proteststurm internationaler Tierschützer zwang
den Oberbürgermeister Basescu wieder an den Verhandlungstisch mit dem Tierschutzverein
„Vier Pfoten“, mit dem Ergebnis, dass ein erneuter Vertrag (auf den Internetseiten
www.knuddelbacke.de/drth/streuner/index.htm einzusehen) zwischen beiden Parteien
geschlossen wurde, der die Kastration von 100.000 Hunden innerhalb von zwei
Jahren vorsieht (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Schreiben von Frau Seier-Maltz
vom Internationalen Komitee zur Rettung der Streunerhunde auf der Rückseite
dieses Briefes). Um dieses Ziel (es war eine Bedingung des Oberbürgermeisters)
zu erreichen brauchen die Aktiven vor Ort Ihre Hilfe.
Wir bitten Sie eindringlich, alle Möglichkeiten
Ihrer Hilfe zu prüfen. Bitte nehmen Sie dazu Kontakt mit dem Projektleiter
Dr. Amir Khalil oder Frau Seier-Maltz auf, die Telefonnummern finden Sie ebenfalls
auf der Rückseite dieses Schreibens.
Mit hoffnungsvollen Grüßen
auf der Rückseite befindet
sich der Aufruf zur Hilfe von
Frau Seier-Maltz vom 5. März 2001
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