Zweiter Brief an die Tierärztekammern

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22.06.2001

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sicher erinnern Sie sich an unser Schreiben vom 8. März 2001, in dem wir Sie auf die Situation in Rumänien, speziell Bukarest aufmerksam machten und Sie um Hilfe baten. Die Situation in Bukarest hat sich in der Zwischenzeit drastisch zugespitzt. Beachten Sie hierzu die „Information zum Canozid“ auf Seite 3 dieses Schreibens.

Aufgrund der unerträglichen Situation möchten wir Sie von Herzen bitten, Ihren Protest folgenden Stellen gegenüber kundzutun. Schicken Sie eine Kopie Ihres Protestes auch an den Oberbürgermeister Bukarests Traian Basescu. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns ebenfalls eine Kopie Ihres Protestschreibens zukommen lassen würden.

Adressen:

  • Staatspräsident der Rumänischen Republik
    Herr Ion ILIESCU
    1, Geniului Bvd.
    BUCURESTI
    - ROMANIA -
    Fax: 0040 1 221 15 97
Ministry of Agriculture and Food
Bd. Carol I, nr. 24
Sector 3
RO-70033 BUCHAREST
- ROMANIA -
  • Herr Ilie SARBU
    Minister für Landwirtschaft und Ernährung
    Fax: 0040 1 313 47 66
  • Dr. Virgil Marcel EFTIMIE
    Chief Veterinary Officer
    Fax: 0040 1 312 49 67

 

  • Prof. Dr. Ing. Mihai VOICULESCU
    Dekan der Technischen Universität und
    Mitglied des Stadtrats
    Fax: 0040 1 242 08 68.
Kopie (kommentarlos):
  • Oberbürgermeister der Stadt Bukarest
    Herr Traian BASESCU
    47, Regina Elisabeta Bvd.
    Sector 5
    BUCURESTI
    - ROMANIA -

Es folgt die angekündigte Zusammenfassung der Vorgänge in Bukarest bezüglich der Streunerhunde, die uns von Frau Seier-Maltz, verantwortlich für die C.I.F.A.M.*), Mitglied des Internationalen Komitees zur Rettung der rumänischen Straßenhunde, zugestellt wurde.

*) C.I.F.A.M. = Coordination et Information en Faveur des Animaux Martyrs

Kontakt:

  • C.I.F.A.M.
    Madame Seier-Maltz
    10, chemin des Constantins
    F-06650 OPIO
    - FRANCE -
    Tel.: 0033 04-937 736 15
    Fax: 0033 04-937 722 43
    eMail: cifam@wanadoo.fr

Mit hoffnungsvollen Grüßen
Angelika & Hartmut John für „Hand-und-Pfote“
 

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite

www.hand-und-pfote.de


Seite 3:

Information zum

CANOZID

befohlen von Traian BASESCU
Oberbürgermeister von Bukarest,
der Hauptstadt Rumäniens

Der historische Hintergrund

Für seine größenwahnsinnigen Bauten lässt der Diktator CEAUSESCU alle Privathäuser im Zentrum Bukarests niederreißen, die Bewohner in Mietskasernen am Stadtrand verbannen. In den Miniappartements herrscht Haustierverbot. Die Hunde müssen auf der Strasse bleiben, werden zwar umsorgt, vermehren sich jedoch unkontrolliert.

Die Situation seit 1998

Die Schätzungen der Straßenhundepopulation von  Bukarest schwanken zwischen 60.000 und 200.000 Tieren. Gegen die grausamen Ausrottungsaktionen, schließen internationale Tierschutzorganisationen 1998 einen Vertrag mit der Gemeinde Bukarest, über ein Kastrations-, Impfungs- und Rückführungsprogramm großen Stils.

Mit der Drohung alle Hunde töten zu lassen, erpresst der, im Frühjahr 2000 neugewählte Oberbürgermeister Traian BASESCU, einen revidierten Vertrag, der u. a. die Kastration von 100.000 Hunden innerhalb von 2 Jahren verlangt (= 4.122 pro Monat)! Am 01. März 2001 unterzeichnen VIER PFOTEN Österreich, Deutschland, Rumänien und Schweiz sowie die FONDATION BRIGITTE BARDOT dieses Papier. Mit Hilfe vieler internationaler Tierschutzorganisationen werden in 4 Wochen schon 2.484 Hunde operiert, registriert und gekennzeichnet.

Die aktuellen Geschehnisse

Am 19. April 2001 befiehlt  BASESCU plötzlich die "Euthanasierung" aller Hunde in den städtischen Tierstationen.

Diese Tiere sind kerngesund, kastriert, geimpft, markiert und registriert!

Tierärzte, die das Morden verweigern, werden entlassen.

Die Tierstationen sind hermetisch abgeriegelt. Miliz geht gewaltsam und mit Wasserwerfern gegen die protestierende Bevölkerung vor.

Am 23. April 2001 kündigt BASESCU im Fernsehen die "Euthanasie" aller Straßenhunde an. Der Vertrag mit den Tierschützern sei nichtig sowie jeder Dialog mit ihnen unerwünscht.

Am 26. April 2001, bei einer Pressekonferenz, spricht BASESCU offen von der totalen Liquidierung aller Hunde. Ausführende sind die Arbeiter von  Straßenreinigungsfirmen, die die Hunde mit Drahtschlingen einfangen, in kleine Transportkäfige prügeln und in die Todeslager schaffen. Professor Mihai VOICULESCU, Mitglied des Gemeinderats, bestätigt die Tötung der Hunde durch Strangulieren, Erschlagen oder durch Injektionen von Magnesiumsulfat direkt ins Herz, ohne vorherige Betäubung!


Seite 4:


Mit diesem befohlenen Canozid
missachtet und verletzt Traian BASESCU

  • die UNIVERSELLEN TIERRECHTE
    Art. 1, Art.2 ,  Art.3 - § 1, 2 und 3, Art.7,  Art 9 - § 1 und 2, sowie Art.10;
  • die INTERNATIONALEN TIERSCHUTZBESTIMMUNGEN
    sowie alle ethischen und moralischen Grundwerte;
  • die MENSCHENRECHTE
    den Volkswillen - 86% haben sich für das Kastrationsprogramm ausgesprochen, laut Umfrage des Gallup-Instituts vom Februar 2001; das demokratische Recht des freien Zugangs zu öffentlichen Einrichtungen; das Versammlungs- und Demonstrationsrecht; die freie Gewissensentscheidung der Tierärzte;
  • den ERLASS DER DEPUTIERTENKAMMER von 1998
    zum Schutz der Straßenhunde gegen Misshandlung und Missbrauch, wobei u.a. die unvermeidbare Euthanasie unheilbar kranker oder schwerverletzter Tiere sowie solcher mit ansteckenden Krankheiten, ausdrücklich nur Tierärzten erlaubt ist;
  • die BESTIMMUNGEN VON PREMIERMINISTER ADRIAN NASTASE
    zur Behandlung der Straßenhunde bei Fang, Transport, Unterbringung sowie  zur Euthanasie, wobei letztere ebenfalls einzig Tierärzten, unter Anwendung geeigneter Medikamente, vorbehalten ist;
  • den RECHTSKRÄFTIGEN VERTRAG mit den Tierschützern
    zur Durchführung des gemeinsamen Kastrationsprojektes.
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